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Willkommen auf meinem Blog. Wer ich bin und was ich tue spielt eigentlich keine große Rolle. Was eine Rolle spielt, ist die Wahrnehmung von psychischen Krankheiten in unserer Gesellschaft und was wir tun können, um mehr Verständnis, Empathie und Inklusion zu gewährleisten, um denjenigen, die neben einer „Behinderung“ vor allem mit der Wahrnehmung dieser im beruflichen Kontext zu kämpfen haben.

Wahrscheinlich macht es doch Sinn, kurz ein bisschen von mir zu erzählen.
Auf dem Papier habe ich eine Schwerbehinderung von 50%, in Form einer Bipolaren Störung. Diese wurde 2017 diagnostiziert und wird von mir persönlich bis heute hinterfragt und angezweifelt.

Weshalb ich die Diagnose anzweifele? Damals war ich auf einem Techno Festival, ich war Mitte zwanzig und man könnte behaupten, dass ich leicht zu beeinflussen war, aber im Prinzip habe ich einfach gern gefeiert, getrunken, gekifft und der Techno-Szene entsprechend habe ich auch mit Wirkstoffen, wie MDMA, Amphetaminen und Extasy experimentiert. Aber auf dieser Party habe ich hart übertrieben, sodass die Nacht irgendwann in polizeilicher Begleitung im Krankenhaus endete. Überdosis, Film geschoben, verrückte Szenen, die schemenhaft in irgendeiner Ecke meines Verstands abgespeichert sind.

Im Nachhinein folgte eine drogeninduzierte Schizophrenie, inklusive Verfolgungsgefühlen, Angstzuständen und Wahrnehmungsstörungen. An dieser Stelle kurz der Hinweis: Wenn du denkst, dass die Wirkstoffe, die deinen gesamten Hormonhaushalt auf den Kopf stellen, ein Feuerwerk von Endorphinen ausschütten und dafür sorgen, dass Hunger, Müdigkeit und Durst ausgeblendet werden, harmlos sind – dann glaubst du wohl auch an den Wahlsieg von Donald Trump 2020.

Nun ja, eine kurze manische Phase im Anschluss an den Verfolgungswahn könnte existent gewesen sein und somit dürfte die Diagnose auch zutreffen, aber es bleibt ein Restzweifel. Medikamente zur Vermeidung einer erneuten manischen Episode nehme ich präventiv, selbst wenn ich die Krankheit anzweifle. Das Risiko, dem man sich durch die Manie aussetzen kann, ist mir persönliche einfach zu hoch.

Was folgte war die logische Konsequenz für jemanden, der mehrere Wochen Eindrücke und Informationen auf gefühlt 200% verarbeitet hat. Ein Loch. Ruhe. Aber dann auch Schwere, Antriebslosigkeit, Vorwürfe, Selbstzweifel, Gedankenkreise. Depression.


Mein Studium an einer der sogenannten Elite Hochschulen Deutschlands, habe ich im Verlauf der Krankheit abgebrochen. Die Depression hat mich dazu bewegt, mich in stationäre Behandlung zu begeben. Es ging nichts mehr. Ich wollte nicht mehr. Ich konnte nicht mehr. Liegen. Nur noch liegen.

Der Strukturverlust, den man durch einen Studienabbruch erfährt, kann häufig diesen Effekt haben. So viel habe ich gelesen, aber wie man damit umgeht; das muss man dann wohl doch mit sich selbst klären.

Während des Klinikaufenthalts hatte ich einen unglaublich guten Therapeuten, einen geregelten Tagesablauf, Struktur und um mich Menschen, denen es ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer ging, als mir. Auch was das Alter anging, war ich überrascht, dass ich nicht der jüngste war. Neben Schizophrenen, Narzissten, Depressiven und Zwangsneurotikern, war ich nur einer von vielen, der in seiner aktuellen Situation einfach Probleme hatte und eine Strategie erarbeiten musste, um sich wieder auf die Schiene einzuspuren.

Die Medikation während der Therapie hat mir wirklich geholfen, obwohl ich schon eher ein Chemie-Gegner bin – nachdem sich der Fabel für chemische Drogen ausgeschlichen hat noch mehr.

Wo leite ich hier eigentlich hin? Ich habe während und auch nach meiner Therapie das therapeutische Schreiben für mich entdeckt, wobei ich erst im Nachgang erkannt habe, dass mein Schreiben in Reimform auf mich einen sehr positiven Effekt hatte.

Ich möchte diese Seite nutzen, um sie langsam zu einem Ort des Respekts, der Offenheit und für den Erfahrungsaustausch von Menschen zu machen, die in einer schwierigen Zeit nach Impulsen und Ideen suchen, um einen Weg aus dem Sumpf zu finden.

Mein Ansatz: Ich möchte gerne meine Gedichte mit euch teilen, in der Hoffnung, dass sie euch Kraft spenden und die Gewissheit geben, dass es besser wird, sobald man seine Probleme anpackt. Kommt in die Handlung und euer innerer Zweifler wird langsam leiser werden. So ging es mir zumindest.