Vielleicht was übersehen

Vielleicht was übersehen

August 27, 2017 0 Von MeB

Wünsche mir heute Licht, das unerlaubte Geschenk, denn mir fehlt die Bewegungskraft. Bin ein gebrochenes Gelenk. Schmerz zuckt durch meine Stirn, in welche Richtung ich auch Schwenk. Frag mich wieder wer sich meine Geschichte wohl ausdenkt. Wie kann es sein, dass mein Lebensmotor so früh ausbrennt?


Keine Händlergarantie, kann das Gerät nicht austauschen, ohne diese Kraft kann ich die See nicht aufbauschen und so bleibt mir, trotz Wartung durch die Therapie, nichts anderes, außer warten in Monotonie. Zumindest ein Ventil heile, es fließt Poesie aufs Papier. Die Kugel meines Stifts gleitet aus dem Gewirr. Ich selbst fühle mich wie die Schlange, die sich windet und tanzt. Ein Mönch verliert die Überzeugung, so verschwendet der Kranz.

Mir fehlt der Elan des jungen Mannes, der ich bin. So wünsche ich mir Werte, zu suche ich nach Sinn. Ich korrigiere, statt zu schaffen. Simuliere, statt zu machen. Liege immer wieder meinen Eltern auf den Taschen. Die sagen “schon okay, du musst dein Glück nur erhaschen” solch unerschüttertes Vertrauen, ich kann es einfach nicht fassen. Wohin mich mein Weg nun aber treiben soll? Ich lauf die grüne Meile voll.

Wobei ich mir kein Respekt für meine Eile zoll. Das bringt nichts. Ab und zu spüre ich den Lichtschimmer, nicht immer, aber wenn, dann wird es nicht schlimmer. Langsam zieht es auf und die Wolken vorüber, doch kann mich nicht ganz von ihnen lösen, so als wären wir Brüder. Doch ich schreibe Gedanken auf und nein, ich horte nicht. Fühle mich wirklich gut, wenn ich der bin, der diese Worte spricht.

Ich werfe keinen langen Blick zurück, sondern ich orte mich. Find mich wieder in der Zeile, in der “Kraft” eines der Worte ist. Ich habe begriffen, dass ich es bin, der Silben formt, bis ein Satz entsteht. In meinem Kopf will ich nur hören “ich habe diesen Platz gewählt”. So schnell wird mein Geist nicht mehr wie ein Blatt im Wind verweht. Hoffe ich.

Die Erkenntnis einer Woche, sprich: Keiner weiß, ist die Veränderung denn nachhaltig? Verstehe noch immer nicht den Weg und doch ich lerne stumm. Suche in der Dunkelheit das Licht, dreh die Laterne jetzt um. Wenn über mir die nächste Wolke bricht, wachs ich nur noch mehr darum. Darum warte ich, stähle meinen Willen, bis er hart ist.

Steig wie der Vogel aus der Asche auf, flieg phönixartig. In der Hoffnung mich nicht wieder zu verbrennen, lebe im Hier und Jetzt und schick die Erwiderung pennen. Wenn wir wiederum brennen, weil wir uns so für etwas hetzen, kann dein Geist dich verätzen. Reißt die Eile dich in Fetzen. Wortlos stelle ich die Sinnfrage. Bin gerade drin und sehe nur Rinnsale.

Mein Kopf langsam gelehrt von diesem Zweifeln, doch weiter alles wie auf Stopp. Ich will jetzt endlich was erreichen! Ich gehe zwei Felder vor, dann eines zurück. Spiel nach fremden Regeln, auf der Suche nach Glück. Wird Zeit, dass ich das Schwert zück und die Fesseln zerschlage.


An manchen Tagen so viel Druck im Kopf, wie in Kochkesseln die Lage. Wünsche mir den Ausbruch des Geysir, aber ich bleibe hier. Fühle mich zum Gehen schon bereit, denke die Zeit befreit mir meinen Geist. Ich werde bleiben, bis es heißt “jetzt kannst du gehen”, doch ich spüre jeden Tag den Druck nach draußen – Frühwehen.

Vielleicht habe ich was übersehen, doch ich fange an zu verstehen, mein Kalender ist versehen mit Tagen, die gezählt sind.
Will weg von diesem Ort, hoffe die Zeit gebärt Wind.