Adaptive Krise

Adaptive Krise

August 13, 2017 0 Von MeB

Mein Blick auf die grüne Wiese, fühle eine kühle Brise. Will, dass ich das Kapitel schließe, aber adaptive Krise. Sie hält weiterhin an. Wie der Typ der vor der vorletzten Leitersprosse nicht mehr weitergehen kann. Lass jetzt bloß nicht los, der Wille schlicht zu groß, aber Kraft fehlt. Zu oft “ich kann nicht” raus krakeelt. Im Leben gerade gefühlt nur als letzter ausgewählt.

Kann die Zeit momentan nicht leiden. Dank ihr bin ich zu spät auf den Beinen und fühl den Druck sogar beim Schreiben, weil ich zu langsam meine Vessel Richtung Ich-sein zurück lenke. Schaffe es nicht auszudrücken, was ich über mich gerade denke. Abwesend, während ich die Kippe in der lockeren linken schwenke.

Weiß ein gebrochener Knochen braucht seine Zeit zum verheilen, doch man kennt die ungefähre Dauer, gibt keinen Grund sich zu eilen. Trotzdem setzte ich mich unter Druck, mache mir Stress und will den Alltag zurück glaube ich.Aber mit diesen Gefühlen bin ich schlicht nicht alltagstauglich.

Die Wunderheilung, ja das wäre für mich unglaublich, nur scheint es so, als ob dieses Mittel in meinem Viertel grad verbraucht ist und sehe ich alles weiter mit einem lärmenden Graustich. An manchen Tagen hebt sich zwar der Schleier und die Vorschau berauscht mich, aber die Wirkung hält nicht lang, bis das Grau wieder ausbricht.

Dann wieder Tage voller Schwäche, ich zerbreche an der Leere. Ich weiß daran kann ich nichts ändern, denk mir das ja mal eine Lehre. Wie soll ich aus dem Loch herauskommen, wenn der Versuch schon schädlich ist?
Fast so, wie wenn du Bier bestellst und dafür Plastiksprengstoff kriegst. Einfach ein riesengroßer Witz, wie ohne Kragen Schlips zu tragen, oder einen fetten Egoist nach seinen letzten Chips zu fragen.

Dann ein heiterer Abend und ein weiterer Lichtblick. Denk mir weiter “alles gut”, bis ich mir das Genick knick. Wär das Denken doch nur Wissen, Schlagabfolgen auf mein Kissen. In den Zweifel Köder habe ich bisher immer reingebissen. Mein morgen beschissen. Mittag ok.

Nur mal am Abend glaube ich, dass ich den nächsten Tag übersteh, doch gehen die Augen zu, lässt der Schlaf auf sich warten. Ich sage es geradeheraus, Spiel mit offenen Karten. Ich wünsche mir nur Sinn, brauch kein Haus mit einem Garten. Nur den Bock, um anzufangen – einfach mal wieder was starten. Egal was. Ich spüre, dass das in mir drin aufweicht, wobei es noch nicht ausreicht, damit es sich austreibt – von alleine.

Ich mache mir schon wieder selber Beine, das Resultat; ich leide. Als wäre das Rohr verstopft. Die Zweifel fließen nicht ab in die Gedanken-Kanalisation, als kämen diese Dämonen aus einer anderen Dimension. Halten mein Verstand fest, kann mich nicht losreißen, doch bin mir sicher; ich werde aus dem Griff raus gleiten. Die Leitung wird gereinigt, frei von den tristen Geschichten, traurigen Gedichten.

Den schaurigen Berichten meiner Zeit werde ich gedenken, doch nicht eine weitere Sekunde an aufgeben verschwenden. Regen prasselt nieder und holt mich wieder auf den Boden der Tatsachen. Erinnern lässt sich nicht verdrängen und Gedanken schlecht anpassen. Genauso wenig kann ich meine Stimmungen anfassen. Ich lese die letzten Zeilen, ärger mich über das Schema. Mir schutzlos ausgeliefert sein, scheinbar das Thema.

Antriebslosigkeit zum Trotz, aus dem Kopf in die Handlung. Dazu fehlt mir leider oft noch der entsprechende Anschwung. Der Versuch: Ich werfe mir die Verfehlung nicht mehr ganz so oft vor. Habe dank der ganzen Selbstvorwürfe ja schon Fransen im Ohr. Er singt nur für mich, höre die Gedanken im Chor. Mit jeder Handlung schicke ich deren Planken tiefer ins Moor. Aus den Augen, aus dem Sinn. Wie dumm doch unser Verstand ist. Probleme werden größer wenn man sich nicht traut und sie anspricht.