Kristallklar

Kristallklar

September 19, 2017 0 Von MeB

Gute Laune am Morgen, wie unbekannt dieses Gefühl, wie in der Sonne am Strand, doch der Sand bleibt hier kühl. Als wäre es wieder angenehm, mich im Spiegel anzusehen. Vorbei die Zeit der Zweifel, es wird Zeit jetzt seinen Mann zu stehen. Der Lauf der Zeit spielt mir jedoch gar nicht in die Karten, denn wenn ich eins zurzeit nicht will, dann ist es einfach zu warten. Ich gehe weiter meinen Weg, wenn es sein muss den Harten. Steine hindern mich daran, hier ganz einfach zu starten. Verdammt, wie schaffe ich es die ganzen Tage überdauern, ohne, dass die Lebenssäfte in mir drin übersäuern. Zusammenkauern, hilft nix. Sich so sehen, als wäre man eine Fahne im Wind, macht für anderes blind.

Ich behalte Adleraugen, fliegt im Sturzflug auf mein Ziel. Habe noch immer Druck im Kopf, doch find im Flug ein Ventil. Geb mir selber grünes Licht, aus des Orbits größten Tiefen, doch musste nach ihm suchen, noch während die anderen schliefen. Vielleicht tat ich es auch, noch benebelt vom Rauch, doch schon die Illusion reicht für den Placebo-Effekt. Die guten Zeichen sind im Tagtraum meiner Seele versteckt. Ich wachse, selbst im Dunklen dieser Höhle, Stalagmit. Auch wenn es um mich herum nicht vieles gibt, was mich anzieht, kann mich die Wüste nicht aufhalten, solange ich lauf – Eremit. Wer lebt, der läuft auch mal durch Nebelschwaden, wird mal über Regen klagen, jeder wird Probleme haben.

Freu dich, denn nur durch diesen, wird das andere besser. Frage der Perspektive, die Antwort sicher nie ein Messer. Kristallklar nehme ich meine Gestalt wahr. Steter Tropfen höhlt den Stein, bin ich allein mit meiner Pein; vor ein paar Wochen war ich nichts, als ein rollender Stein. Ein erstickender Keim. Mein Kopf zu klein, um sich der Gänze des Wandels gewahr zu sein. Lang genug war der Reboot, jetzt geht’s endlich nach heim. Habe viel gelernt über Gefühle, körperliches Empfinden, Impulse, Gedanken und Erinnerungen. Die unkontrollierbaren Gewalten meines Innern lernte ich kennen. Verdruss über den Kranken Kuss des Zufalls, ein Schrei in den Tiefen des Urwalds, lauter als der Einschlag des Urknalls.

Er bleibt trotzdem, wie der Baum stürzt im Walde – ungehört. Wünsch mir die alte Zeit zurück, doch unerhört bleibt der Ruf nach Freiheit. Wirf in die Kälte des Kerkers enn Scheit ohne Streichholz, so zeigst du die Lösung, doch machst sie unmöglich. Die Temperatur sinkt noch weiter, doch dann wird sie tödlich. In der Ferne leuchten die Wolken noch rötlich. Sag mir, soll ich hier weg, oder muss ich nur warten? Der Gegner in mir kennt bereits meine Karten. So, dass jeder Zug zum Scheitern verurteilt scheint. Kein Wunder, dass in mir diese Wut aufkeimt, wie wenn im Vesuv zu viel Glut aufsteigt.

Gib mir den Ausbruch, mit Magna, Schwefel und Lava. Mach alles Neue, so als ob die Zeit voll Frevel nie da war. Es war ja ne kurze Zeit, wie das Brennen des Fiamma. Der Sommer ist vorbei und die Blätter werden braun. Es wird Zeit, ich reiße mich los von dem grässlichen Grauen. Mein Leben soll wieder Spaß machen, nicht nur ein hässlicher Clown. Komme in Bewegung und versetz die Aasfresser in Staunen.

Gib ein Fest aus Protest gegen die Monotonie und es verwässert die dunkle Farbe, prescht geradeaus, raus aus den Tiefen, bis auf die letzte Stelle von PI. Zwar überwinde ich Schluchten, doch die Strömung zieht mich noch in Buchten. Wo das Ende in Sicht, da reißt es dich aus dem tiefen Schlaf, so als ob du einen tiefen Stich kriegst. Jetzt wach auf für den Lichtblick!